Freiheit für die drei in München inhaftierten HausbesetzerInnen!

Freiheit für die drei in München inhaftierten HausbesetzerInnen!

Am 27. Juni des letzten Jahres befanden sich Steffi, Sven und Lukas (alle zwischen 17 und 19 Jahre alt) in einem unbewohnten Haus in der Westendstraße in München. Ein Großteil der Häuser in dieser Straße steht schon längere Zeit leer und einige von ihnen wurden über Wochen hinweg von Punks und anderen als Treffpunkt genutzt. Seit diesem Tag sitzen sie im Knast, ende Januar wurden alle drei jeweils zu fünf Jahren wegen versuchten Totschlags aufgrund von Steinwürfen verurteilt.

In den Abendstunden stürmte eine 60-köpfige Einheit des USK (Unterstützungskommando – Spezialkräften der bayerischen Polizei) ohne Vorwarnung das Haus. Die SozialarbeiterInnen, welche regelmäßig dort verkehren um Kontakte zu den Punks aufzubauen, wurden gezwungen nichts von dem geplanten Überfall zu erzählen. Die drei verteidigten ihr Haus indem sie Steine, welche vorher im Haus verteilt wurden, um bei einer möglichen Räumung das Haus nicht verteidigungslos aufgeben zu müssen, auf die behelmten und gepanzerten Polizeikräfte. Ein Polizist musste danach aufgrund eines angebrochenen Wirbels ärztlich behandelt werden, ein Gutachten konnte bestätigen, dass die Verletzung nicht von den Steinwürfen herrührt, sondern dass, er diese sich bei einem Sprung über eine Mauer zuzog.
Die Staatsanwaltschaft wertete die Steinwürfe nicht als Landfriedensbruch und Körperverletzung, wie sonst üblich, sondern als versuchter Totschlag. Nach der Demo gegen den G8-Gifpel am 02 Juni in Rostock wurden die Stimmen, welche dies forderten immer lauter. Dort kam es zu massiven Angriffen mit Steinwürfen der Protestierenden auf die Einsatzkräfte, welche die Demo angriffen. Mit diesem Urteil sollte ein Präzedenzfall geschaffen werden, welcher weitreichende Auswirkungen auf uns alle haben wird. Zum Beispiel wird es für den Staat noch einfacher werden sogenannte „Gewalttäter“ nach dem 1. Mai für noch längere Zeit wegzusperren und damit der Gesellschaft zeigen, dass Widerstand zwecklos ist, da jede/r ihre/seine gerechte Strafe bekommen wird.

Für die Berufungsverhandlung wünschen wir uns eine breite Solidarität mit den dreien. Achtet auf weitere Infos und Ankündigungen.